Auf einem Hügel im Westen Roms, mit der Kuppel des Petersdoms am Horizont, steht eine Barockvilla, die fast niemand je gesehen hat. Sie heißt Villa York, wurde 1647 erbaut und war jahrzehntelang eine vergessene Ruine im Naturschutzgebiet „Valle dei Casali“ zwischen Bravetta und Casaletto.
Jetzt, nach einer 2022 begonnenen Restaurierung, erwacht sie 2026 wieder zum Leben. Verantwortlich dafür ist die LDC Hotels-Gruppe, die auch das A.Roma Lifestyle Hotel gleich nebenan betreibt.
Durch die Restaurierung wurde der gesamte Komplex wiederhergestellt: die Villa aus dem 17. Jahrhundert, das Casale Stuart, das Nymphäum mit den alten Steintreppen, die Troiani-Kapelle und einer der schönsten Parks der römischen Landschaft, auf einem Anwesen, das sich über mehr als vierzig Hektar Grünfläche erstreckt.
Der Name geht auf Kardinal Enrico Benedetto Stuart, Herzog von York, den letzten katholischen Thronfolger Englands, zurück, der sie 1804 erwarb. Davor hieß sie Villa Baldinotti: Ihre Geschichte beginnt im Jahr 1647, als Zenobio Baldinotti das landwirtschaftliche Anwesen „Casal di Marcello“ übernahm und mit der Planung des Anwesens begann, das dann in den folgenden Jahrzehnten erbaut wurde. Drei Jahrhunderte, in denen die Villa immer wieder zwischen römischen Adelsfamilien den Besitzer wechselte.
Es gibt noch ein Detail, das nur wenige kennen: Diese Villa diente einmal als Drehort. Im Herbst 1936 wurde hier „Il fu Mattia Pascal“ gedreht, der Film von Pierre Chenal aus dem Jahr 1937 nach dem Roman von Pirandello – und manche erinnern sich noch an die malerische Treppe und den Brunnen des Nymphäums, der in den Aufnahmen „noch in Betrieb“ war.

Und hinter der barocken Fassade verbirgt sich ein noch älteres Rom. In die Umfassungsmauer ist ein römischer Altar eingelassen, der aus den Überresten der Villa von Lucius Fabius Pollio in dem Gebiet geborgen wurde, das heute vom Forte Bravetta eingenommen wird; auf dem Anwesen ist sogar noch eine unterirdische Zisterne aus der Kaiserzeit erhalten.
Eine wichtige Klarstellung: Die Villa York wird nicht als öffentlicher Park wiedereröffnet
Die Villa York erwacht als exklusiver Veranstaltungsort (Hochzeiten, Galas, Firmenempfänge) wieder zum Leben – ohne Eintrittskarten und ohne festen Öffnungsplan. Und hier kommt ein alter Streitpunkt wieder auf. Als das Anwesen 2017 an Privatpersonen verkauft wurde, hofften Bürgerinitiativen und Umweltgruppen, dass es in den öffentlichen Park des Naturschutzgebiets aufgenommen würde; Schätzungen zum Wert des gesamten Komplexes lagen bei 6 bis 9 Millionen Euro für über 400.000 Quadratmeter.
Die Schönheit ist zurückgekehrt, aber hinter einem Tor. Ein typisch römisches Ende: ein wiederentdeckter Schatz – und die Frage, wie viel davon wirklich allen gehört.