Es ist mehr als nur ein Dorf, es ist ein Freilichtmuseum, das die Wurzeln der Zivilisation des Latiums und den Charme der „Commedia all’italiana” bewahrt. Nicht umsonst wurde es zu einem der schönsten Dörfer Italiens gekürt.
Von der Akropolis von Praeneste zu den Lehen der Colonna
Die Geschichte dieses Ortes reicht weit zurück. Schon in der Bronzezeit war der Berg bewohnt, aber erst im 6. Jahrhundert v. Chr. wurde er zur Akropolis des antiken Praeneste (dem heutigen Palestrina). Noch heute können Besucher die beeindruckenden polygonalen Mauern bewundern, riesige Trockensteinblöcke, die die Jupiter Arkanus geweihten heiligen Stätten umgaben.
Im Laufe der Jahrhunderte kam das Dorf unter die Kontrolle der mächtigen Familie Colonna, die dort eine Verteidigungsfestung baute. Trotz wiederholter Zerstörungen durch Konflikte mit dem Papsttum wurde die Burg immer wieder aufgebaut und ging schließlich im 17. Jahrhundert an die Barberini über, die die Stadt neu gestalteten und die Piazza und die Kirche San Pietro Apostolo schufen, in der die sterblichen Überreste der seligen Margherita Colonna ruhen.

Wissenswertes: Die Weihwasserbecken der Hauptkirche wurden aus alten römischen Altären gewonnen, ein perfektes Beispiel dafür, wie sich die Geschichte hier geschichtet hat, ohne jemals ausgelöscht zu werden.
Wir empfehlen einen schönen Spaziergang im Panoramagarten, die Rocca dei Colonna ist der höchste Punkt des Monte Ginestro.
Freilichtkulisse: das Dorf aus „Brot, Liebe und Fantasie”
Dass das Dorf heute in ganz Italien bekannt ist, verdankt es auch dem Kino. In den 50er Jahren überzeugte die authentische Schönheit seiner Gassen den Regisseur Luigi Comencini, dort sein Meisterwerk „Brot, Liebe und Fantasie” mit Vittorio De Sica und Gina Lollobrigida zu drehen.
Totò, dem ein Platz gewidmet ist, drehte im Dorf „I due marescialli” (Die beiden Marschälle).
Das Tal Valle delle Cannuccete und der „Giglietto”
Für alle, die gerne wandern, gibt’s am Fuße des Ortes das Valle delle Cannuccete, ein Naturschutzgebiet, wo die wilde Natur die Überreste eines alten Aquädukts versteckt, das vor über zweitausend Jahren von griechischen Handwerkern gebaut wurde.
Was man essen kann
Die Trattoria del Giardino Panoramico ist ein Familienbetrieb, der seit fast 70 Jahren besteht. Hier gibt’s Gerichte, die der lokalen Küche folgen. Castel San Pietro Romano ist auch für seine Süßigkeit bekannt, die heute zum Slow Food gehört. Die Rede ist vom Giglietto: ein Keks mit unverwechselbarer Form, der jedes Jahr am letzten Sonntag im Juli gefeiert wird. Mitte August beleben die Feierlichkeiten zu Ehren des Heiligen Rochus das Dorf mit historischen Nachstellungen und spektakulären Feuerwerken.
Zu Weihnachten verwandelt sich die Festung der Colonna in ein zauberhaftes Dorf mit einer lebensgroßen künstlerischen Krippe.