Bei einem Spaziergang durch Rom stößt man auf Ruinen, die für sich selbst zu sprechen scheinen und eine ferne Geschichte erzählen, aber einige haben einen noch rätselhafteren Charme. Zwischen den modernen Gebäuden, entlang einer der antiken Straßen der Stadt, steht ein Monument, das einem gigantischen Thron ähnelt und von mysteriösen Geschichten und obskuren Legenden umgeben ist. Es ist das Grabmal, das als „Teufelsstuhl“ bekannt ist.
Der Teufelsstuhl in Rom: der Ursprung eines ungewöhnlichen römischen Grabmals
Das Monument stammt aus der Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. und wurde als monumentales Grabmal im „Tempel“-Stil (oder Naiskos) errichtet, wahrscheinlich für einen Freigelassenen namens Aelius Callistius, der mit dem Kaiser Hadrian verbunden war. Die Architektur war beeindruckend: ein unteres, teilweise unterirdisches Stockwerk mit Nischen und Arkosolen, die mit weißen Mosaiken bedeckt waren, und ein oberes Stockwerk mit Räumen, die den Bestattungsriten vorbehalten waren, bereichert durch Säulen, Nischen und eine große dekorative Schale.
Von dieser Pracht sind heute nur noch Fragmente übrig, die aber ausreichen, um die Großartigkeit des ursprünglichen Bauwerks zu bezeugen.
Vom Mausoleum zur Legende: warum er Teufelsstuhl genannt wurde

Im Laufe der Jahrhunderte stürzte ein Teil der Fassade ein, so dass nur noch drei Seiten stehen blieben. Das Bauwerk, das isoliert auf einer Anhöhe an der Via Nomentana steht, nahm die Form einer riesigen Kathedra an. Es dauerte nicht lange, bis die Phantasie des Volkes sie in den so genannten „Teufelsstuhl“ verwandelte. Im Mittelalter wurde die Ruine zu einem gefürchteten Ort, zu einem Zufluchtsort für Hirten und Vagabunden, aber auch für Hexen und Alchemisten. Die Flammen, die nachts in der Ruine loderten, schienen von dunklen Ritualen zu stammen und schürten die Legende vom dämonischen Thron.
Die faszinierendsten Geschichten über den Teufelstuhl in Rom
Einigen Legenden zufolge ritzte ein Alchemist das Wort „Kabala“ in einige Steine des Monuments ein und hinterließ ein magisches Rätsel, das demjenigen, der die Buchstaben wieder zusammensetzen konnte, Kräfte verlieh. Andere Erzählungen besagen, dass der Staub seiner Steine als wundertätige Zutat in geheimen Tränken verwendet wurde. Es gibt sogar noch beunruhigendere Versionen, in denen von satanischen Orgien, Beschwörungen und prophetischen Versammlungen die Rede ist, und zwar so sehr, dass die kirchlichen Behörden mehrmals intervenieren mussten.
Der Teufelsstuhl heute: Mysterium und Faszination im Stadtteil Trieste

Heute steht der Teufelsstuhl inmitten des afrikanischen Viertels von Triest, umgeben von Gebäuden und Stadtverkehr. Es handelt sich um eine Ruine mit dekadentem Charme, die nur von außen zugänglich ist, aber immer noch geheimnisvolle Andeutungen hervorrufen kann. 1958 wurde der Platz, der seinen Namen trug, in „Piazza Elio Callistio“ umbenannt , um die allzu direkte Verbindung mit dem Teufel abzuschwächen.
Trotz des neuen Namens bleibt die rätselhafte Aura des Platzes bestehen, und der Betrachter kann nicht umhin, sich die alten Geschichten vorzustellen, die ihn berühmt gemacht haben.
Wo befindet sich das Grabmal des Aelius Callistius in Rom: Adresse und Wegbeschreibung
Der Teufelsstuhl befindet sich in Piazza Elio Callistio, 8 – 00199 Rom RM, im Stadtteil Trieste, nur wenige Schritte von der Via Nomentana und der Basilika Sant’Agnese fuori le mura entfernt.