In einem Italien, das mit einem veralteten Gebäudebestand (70 % der Immobilien stammen aus der Zeit vor 1980) und mit steigenden Kosten im Zusammenhang mit der Klimakrise zu kämpfen hat, steht die Immobilienbranche vor einem tiefgreifenden Wandel. Vor diesem Hintergrund entsteht in der Hauptstadt das Projekt „Città Verde“, ein innovativer Wohnkomplex im Gebiet von Cecchignola und Colle Ardeatino.
Die grüne Stadt: Infos zum Projekt
Die Initiative, über die im Corriere Adriatico berichtet wird, wird von „La Leva“, einem Immobilienunternehmen, geleitet. Der Komplex zeichnet sich dadurch aus, dass er der erste in Italien ist, der die Kriterien des New European Bauhaus (NEB) umsetzt – das Projekt der Europäischen Kommission, das ein Wohnkonzept fördert, das auf Nachhaltigkeit, Ästhetik und Inklusion basiert.
Wie der Architekt Alessandro Guglielmi, Projektleiter bei La Leva und Gründer von Città Verde, der Zeitung erklärte, sind bei der Planung des Viertels ganze 85 % der Fläche für öffentliche Infrastruktur, Parks und Gemeinschaftsbereiche vorgesehen.

Aus ökologischer Sicht ist die Umweltbilanz von Città Verde auf höchstem Niveau. Der Komplex garantiert eine Senkung des Energieverbrauchs um 30 %, wobei 80 % des Bedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt werden, wodurch jährlich über 100.000 kg Kohlendioxid eingespart werden.
Was ist der Urban District in Rom?
Die kurz vor der Fertigstellung stehenden Wohnungen gehören laut Projekt-Website der Energieklasse A3/A4 an, sind mit Fußbodenheizung ausgestattet und komplett „gasfrei“. Als Garantie für diese Standards ist Città Verde der erste Komplex auf nationaler Ebene, der derzeit für das„GBC Quartieri“ bewertet wird – ein internationales Protokoll, das die energetische und ökologische Nachhaltigkeit nicht nur einzelner Gebäude, sondern der gesamten Infrastruktur des betroffenen Gebiets zertifiziert. Die Einhaltung der Prinzipien des New European Bauhaus spiegelt sich auch in einem partizipativen und kulturellen Ansatz wider.
Der neu entstehende Bereich, der den Namen„Urban District“ trägt, wird „Ali e Radici“ beherbergen, ein generationsübergreifendes Kunstprojekt, das vom Künstler Marko Reimmortal entlang einer Fußgängerpromenade konzipiert wurde. An der Initiative waren Grundschulen, Kunstgymnasien und Universitäten beteiligt, die Kunstwerke geschaffen haben, darunter spezielle „instagrammable“ Sitzgelegenheiten aus CO₂-armem Beton und Mosaike, die auf den Zeichnungen der Kinder basieren.
Der Urban District umfasst 60 Wohnungen und rund 4.500 Quadratmeter Fläche für Nachbarschaftsläden , eingebettet in über 20 Hektar Grünfläche mit Freizeitangeboten. Etwa 6 km von der U-Bahn-Station Laurentina der Linie B entfernt, bietet das Gebiet Nähe zu Schulen und Sportanlagen. Laut Verkaufsdaten wurden in nur sechs Monaten 53 % der Wohnungen verkauft.