In nur zwei Stunden erreicht man von Rom aus ein Dorf, das in der Luft zu schweben scheint und oft „die sterbende Stadt“ genannt wird.
Hier verändert sich die Landschaft ständig: Häuser, die auf Tuffsteinfelsen stehen, Gassen, die sich plötzlich öffnen, und Stille, die eine Geschichte zu erzählen scheint.
Es ist ein Ort, an dem unwahrscheinliche Dinge passieren können, wie z. B. mit Harry Styles an der Bar zu sitzen, von dem man munkelt, dass er hier vor ein paar Jahren ein Haus gekauft hat.
Stimmt das? Mag sein. Aber das ist genau der Punkt: In diesem Dorf scheint alles möglich zu sein. Die Rede ist von Civita di Bagnoregio, dem schwebenden Juwel der Tuscia.
Wofür Civita di Bagnoregio berühmt ist

Civita di Bagnoregio erobert Touristen aus aller Welt für seine filmreife Lage auf einem Tuffsteinhügel, der jedes Jahr erodiert und so zur „sterbenden Stadt“ wird.
Das von den Etruskern gegründete Dorf hat seinen ursprünglichen Stadtgrundriss und seine mittelalterliche Atmosphäre bewahrt. Das Gebiet entwickelte sich rund um die Kathedrale San Donato (die später zu einer Kirche reduziert wurde).
Die in den Fels gehauene Porta Santa Maria ist auch heute noch das Wahrzeichen für den Eintritt in eine Dimension außerhalb der Zeit.
Was gibt es in Civita di Bagnoregio zu sehen?
Trotz seiner geringen Größe bietet Civita di Bagnoregio einige unübersehbare Attraktionen:
- Das Museum für Geologie und Erdrutsche, um die natürliche Zerbrechlichkeit des Ortes zu verstehen.
- Die Kirche San Donato, das Herzstück des Hauptplatzes und eine Fundgrube für Fresken aus der Renaissance.
- Die Grotte von San Bonaventura, Zeugnis der Etrusker und ein Ort antiker Spiritualität.
- Die hängende Fußgängerbrücke, der einzige Zugang zum Dorf, die einen spektakulären Blick auf die Schluchten bietet.
- Das Pinocchio-Haus und das Museum der Antica Civitas, Kuriositäten für Erwachsene und Kinder.
- Die kleine und gemütliche Kapelle der Madonna del Carcere in der Nähe der Porta Santa Maria, die mit der lokalen Volksfrömmigkeit verbunden ist.
- Das Belvedere dei Calanchi, der eindrucksvollste Aussichtspunkt, besonders bei Sonnenuntergang.
- Gassen und natürliche Terrassen: jeder Winkel ist ein Blickfang, den man mit den Augen (und der Kamera) festhalten sollte.
Veranstaltungen wie die Lebendige Krippe und das Kastanienfest füllen das Dorf mit lokalen Geschmäckern und Traditionen.
Filme und Berühmtheiten in Civita di Bagnoregio
Der Zauber des Dorfes hat auch die große Leinwand erobert: Civita di Bagnoregio war Schauplatz zahlreicher Filme und Dramen, darunter „I due Colonnelli“ (1962), „Contestazione Generale“ (1971), das Drehbuch „Pinocchio“ (2008), „Questione di karma“ (2017) und „Puoi baciare lo sposo“ (2018).
Doch wer lebt heute in Civita di Bagnoregio?
Zu den berühmtesten gehört Paolo Crepet, Psychiater und Schriftsteller, der einen historischen Palazzo in ein charmantes Landhaus verwandelt hat.
Oscar-Preisträger Giuseppe Tornatore beschloss, nachdem er einige Szenen in dem Dorf gedreht hatte, dort ein Haus zu kaufen, weil er sich in die einzigartige Atmosphäre verliebt hatte.
In jüngster Zeit hat der Popstar Harry Styles eine Villa mit Blick auf die Calanchi gekauft und ist damit zu einem der berühmtesten Bewohner des Dorfes geworden.
Wann wird Civita di Bagnoregio einstürzen? Die ungewisse Zukunft
Der Spitzname „die sterbende Stadt“ rührt von der ständigen Erosion des Tuffsteins (etwa 7 cm pro Jahr) und den zahlreichen Erdbeben her, die die Geschichte der Stadt geprägt haben.
Der Tuffstein ist in der Tat ein zerbrechliches Gestein, und die Rinnen um ihn herum erodieren langsam die Basis der Stadt.
Aber Civita ist nicht in unmittelbarer Gefahr.
Seit 2013 gibt es ein kontinuierliches Überwachungs- und Konsolidierungsprogramm, das von der Gemeinde Bagnoregio, der Region Latium, der Universität Tuscia und dem INGV unterstützt wird.
Studien zeigen, dass die Erosion ein langer und kontrollierter Prozess ist. Der Spitzname sagt also mehr über die historische Identität als über den drohenden Untergang aus.
Anreise nach Civita di Bagnoregio und weitere praktische Informationen zur Organisation Ihres Besuchs
- Entfernung von Rom: ~120 km, ca. 2 Stunden mit dem Auto oder Touristenbus
- Die Besichtigung dauert etwa 2-3 Stunden.
- Parken: in Bagnoregio (Autos sind im Dorf nicht erlaubt)
- Zugang: nur zu Fuß über die Brücke
- Eintritt: 5 € an Werktagen, 7 € an Feiertagen und in der Hochsaison, bis zu 10 € an besonderen Tagen
Frühling und Herbst sind die idealen Jahreszeiten für einen Besuch in Civita, auch wenn man im Winter die Ruhe und die gemütliche Atmosphäre zu schätzen weiß.