Ein Teller Spaghetti in der Kantine, das Nachmittagsschläfchen und ein Drehbuch, das man in Ruhe durchgehen konnte, weit weg von Rom. So sahen Alberto Sordis Sommer in Vindicio bei Formia aus.
Jetzt sucht ein Teil der Villa, in der er sich zurückgezogen hat, einen neuen Besitzer.
Bevor du aber nachrechnest, lohnt es sich zu wissen, wer dort seine Sommer verbrachte. Und warum man diesen Küstenabschnitt in den goldenen Jahren des Kinos mit Sardinien verglich.
Von den Partys in der Villa La Caravella bis zum Rückzugsort: Wie Sordi Formia entdeckte
Nach Vindicio kam Sordi, nachdem er die Partys in der Villa La Caravella besucht hatte, die für einen Salon bekannt ist, der wie die Kommandobrücke eines Schiffes eingerichtet ist. Dann entschied sich seine Familie, genau hier ein Haus zu kaufen, angezogen von der Ruhe des Ortes.
Das Nebengebäude war das Zuhause für das Personal und seine engsten Freunde aus der Welt des Showbusiness. Er kam dorthin, um abzuschalten, sich auszuruhen und seine Drehbücher durchzugehen.
In den historischen Betrieben gibt es immer noch Leute, die sich an „Herrn Sordi“ erinnern, wie er dort beim Mittagessen mit seinem Teller Pasta saß.
Als Vindicio noch „das Sardinien des Latiums“ war
Das erzählt Angelo Di Russo, der Makler von Ala & Partners, der den Verkauf betreut. In den goldenen Jahren des Showbusiness galten diese Strände als gleichwertig mit Sardinien.
Das Verdienst gebührt auch einem Mann aus Formia, dem Impresario Remigio Paone, der Garinei und Giovannini, Renato Rascel, Delia Scala und das Quartetto Cetra bekannt machte.
Jahre später, nur wenige hundert Meter entfernt, würde sich auch Pino Daniele dort niederlassen.
Aus dem Jahr 1950 und ohne Heizung: Wie sieht Sordis zum Verkauf stehendes Nebengebäude wirklich aus?
Bevor du von einem Aperitif auf der Terrasse träumst, lies dir die Anzeige genau durch. Das Haus stammt aus dem Jahr 1950, hat keine Heizung und erfordert „außerordentliche Instandhaltungsmaßnahmen“.
Übersetzt: Es muss fast alles renoviert werden.
Der Preis liegt bei etwa 3.500 Euro pro Quadratmeter, ohne Renovierungskosten.
Wir bewegen uns hier zwar nicht im Bereich der Millionen-Häuser in Rom, aber unter den zum Verkauf stehenden Promi-Häusern liegt der Wert hier ganz in der Geschichte. Und in einer 40 Quadratmeter großen Doppelgarage, nur einen Katzensprung vom Meer entfernt – was hier in der Gegend fast schon ein Luxus ist.
Was ist aus dem Haus von Alberto Sordi in Rom geworden (und wie man es besichtigen kann)
Das ist die Frage, die sich jeder Römer an dieser Stelle stellt. Nein, die Villa in der Via Druso steht nicht zum Verkauf.
Sordi kaufte sie 1958 mit Blick auf die Caracalla-Thermen und lebte dort bis 2003. Heute ist sie das Alberto-Sordi-Museum: Es gibt noch keine festen Öffnungszeiten, aber man kann es nach Voranmeldung während der von der Stiftung organisierten Veranstaltungen besichtigen.
Sie wird nie unter den teuersten Villen Roms in den Immobilienanzeigen auftauchen.
Wer den Verkauf von Luxusimmobilien in der Hauptstadt verfolgt, weiß es: Bestimmte Adressen sind mehr wert als die Quadratmeter. Wer Vindicios Haus kauft, bekommt nicht nur fünf renovierungsbedürftige Zimmer, sondern ein Stück von Albertones Sommern.