Steig die Spanische Treppe hinauf und schau oben links von der Kirche Trinità dei Monti hin: Dort ist ein grünes Tor. Dahinter befindet sich die Antica Biblioteca di Trinità dei Monti, die seit dem 19. September nach einer 2003 begonnenen Restaurierung wieder zugänglich ist.
Was es zu sehen gibt: die Decke aus dem Jahr 1693, die das Auge täuscht
Hinter dem Eingangstor der Antica Biblioteca di Trinità dei Monti befindet sich der Saal, den die Minimi über dem Presbyterium der Kirche errichtet haben. Im Jahr 1693 ließen sie auf der Holzdecke ein Trompe-l’œil zur Ehre des Heiligen Franz von Paola malen, mit Porträts berühmter Minimi und dem Wappen der Könige von Frankreich. Die Urheber waren höchstwahrscheinlich Künstler aus dem Umfeld von Pozzo.
Was ist aus den 9.000 Büchern geworden: das Paradoxon von 1798
Im 17. Jahrhundert war dieser Saal ein Zentrum des Studiums: Unter den französischen Minimen des Klosters befanden sich Philosophen, Theologen, Wissenschaftler, Botaniker und Musiker. Es ist kein Zufall, dass die Bibliothek über dem Presbyterium der Kirche errichtet wurde – ein Zeichen dafür, dass Wissenschaft, Kunst und Glaube im selben Gebäude vereint waren.
Und neben dem Lernen genoss man von dort oben einen unvergleichlichen Blick auf die Ewige Stadt.
Im Jahr 1798 ließ sich die französische Armee, die wenige Jahre zuvor in ihrer Heimat die Monarchie abgeschafft hatte, in dem Kloster nieder, das noch immer ein Erbe des alten Regimes bewahrte: An der Decke prangte nämlich das Wappen der Könige von Frankreich.
Die Schäden an der Bibliothek waren enorm, und die rund 9.000 Bände der Bibliothek wurden verkauft oder vernichtet.
228 Jahre sind vergangen, und der Saal der Kirche, die auch heute noch eine der fünf französischen Kirchen in Rom ist, ist leer geblieben: Übrig geblieben sind der Raum, die Decke aus dem Jahr 1693 und eine Leere, die zum Thema einer Ausstellung geworden ist.
Lesetipp: Die Ausstellung mit 40 Künstlern, die die Leere füllt

Die Leere ist zum Thema von „Hypothèse de lecture“ geworden, der Eröffnungsausstellung, die von Gaia Bobò und Teresa Ranchino kuratiert wurde und 40 Künstler aus der italienischen und französischen Szene in Rom und Paris vereint.
Der belgische Architekt Olivier Goethals hat für diesen Anlasseine „Geisterarchitektur“ entworfen, die von einer Bibliothek inspiriert ist. Die Werke stehen im Dialog mit dem, was der Raum bewahrt hat, und mit dem, was er verloren hat.
Es ist die erste Etappe der neuen kulturellen Ausrichtung, die Direktorin Marie-Pierre Dabadie angestrebt hat, und steht im Zeichen der 70-jährigen Städtepartnerschaft zwischen Rom und Paris.
Unter den Wiedereröffnungen in Rom in diesen Wochen ist dies eine derjenigen mit einem Ablaufdatum: Der offizielle Kalender reicht bis zum 7. November, und was danach passiert, ist noch nicht bekannt.
Öffnungszeiten, freier Eintritt und Anfahrt: alles, was du wissen musst
- Adresse: Piazza Trinità dei Monti 3 (grünes Tor, links von der Kirche).
- Wann: vom 19. September bis zum 7. November 2026.
- Öffnungszeiten: Mittwoch, Donnerstag und Freitag 17–20 Uhr; Samstag 12–20 Uhr (letzter Einlass 19:20 Uhr).
- Preis: kostenlos (freier Eintritt zur Ausstellung).
- Reservierung: nicht erforderlich; am Eingang wird ein Ausweis verlangt.
- Barrierefreiheit: Der Rundgang weist bauliche Barrieren auf und ist für Menschen mit eingeschränkter Mobilität nicht geeignet; es gibt keine öffentlichen Toiletten.
- Anfahrt: U-Bahn-Linie A, Haltestelle „Spagna“, dann die Treppe hinauf.
- Nach dem Besuch: Die Villa Medici und der Pincio sind nur wenige Schritte entfernt.
- Infos: 06 6792245.